Geschichten und Infos


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K800 Es begann am Goldberg

Arbeiten an der Bergstrecke der Bahnlinie begannen, wie aus der Pfarrchronik ersichtlich ist, am ‚Goldberg’ in Payerbach.

„Der siebte August war der furchtbare Tag an welchem der ganze revolutionslustige Schwarm mit deutschen Fahnen ganz unerwartet, ohne dass vorher die geringste Vorkehrungen zum Unterstand und Unterhalt dieser Menschen getroffen worden wären, in Payerbach anrückte und sich wie eine Hunnenhorde über das kleine Dörfchen ergoss. Ohne zu fragen, wurden sogleich alle Zimmer und Räume des Ortes in Besitz genommen. Dieses ganz entsittlichte, in mehr thierischem Genusse versunkene, von Religion nicht eine Spur zeigende Gesindel herrschte nun mit einer solchen Arroganz und mit einer solchen Brutalität, dass von einer Sicherheit des Lebens und des  Eigenthumes keine Rede mehr seyn konnte.“

„Im Sommer 1849 wurde mit dem Bau des großen Viaduktes oberhalb von Payerbach sowie mit dem des kleinen über den Payerbachgraben begonnen; ebenso wurde die Fahrstraße von der Brücke in Payerbach bis zum Bahnhofplatz angelegt“, schrieb Pfarrer Rosenau in die Payerbacher Pfarrchronik.

In der letzten Bauphase musste der Bau des großen Viaduktes enorm beschleunigt werden,  damit er von den Preislokomotiven anfangs August 1851 befahren werden konnte.


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Foto: Prof. Robert Pap - aus dem Buch "Weltkulturerbe Semmeringbahn"


vindobona 230x180Auszüge aus dem ‚Wiener Boten’ im Erscheinungsjahr 1851

8. Juli 1851

Das Lokomotiv, welches für die Preisfahrt über den Semmering in der Wien-Gloggnitzer Eisenbahn verfertigt wurde, ist vorgestern das erste Mal aus der Werkstatt gezogen worden, um an denselben einige Kesselproben zu veranstalten.

Das ganze Der steile Weg zum SemmeringWerk ist in staunenswürdiger Größe verfertigt. Die Räder sind ohne jeden Speichenraum scheibenförmig gegossen und die Heitzung findet von zwei entgegengesetzten Seiten auf einmal statt.

Ein zweites Preislokomotiv und mit demselben 8 Maschinenarbeiter um dasselbe zusammenzusetzen sind am Nordbahnhofe eingetroffen Es ist daher anzunehmen, dass die übrigen angemeldeten Preislokomotiven aus Zürich, Seraing, London, Paris und New-York auch bald anlangen und die Preisfahrten noch in diesem Jahr stattfinden werden.


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Foto: Prof. Robert Pap - aus dem Buch  "Weltkulturerbe Semmeringbahn"


seraing1Über das Ereignis der Lokomotivkonkurrenz im Jahre 1851 ist in der Pfarrchronik von Payerbach folgende Eintragung zu finden:

„Im Sommer wurde die ganze Eisenbahnstrecke mit allen Viadukten und Brücken bis Eichberg vollendet und nun kamen die um den Preis konkurrierenden Lokomotiven an.

Diese kolossalen Lokomotiven mit einer eigenen Schwere von ca. 2.000 Centner sollen nun das Maximum der Steigung nämlich 1:40 mit einer angehängten Last von 2.000 Centner in einer fortgesetzten Zeitfahrt vom Bahnhof Payerbach bis Eichberg überwinden. Unter den vielen Fremden, welche die Probefahrten herbeigezogen, erschienen auch Sr. fürstl. Gnaden der Herr Erzbischof Milde. Der eben anwesende Hr. Ministerialrath Ghega, der das Ganze leitete, erwies ihm alle Aufmerksamkeit, worüber Hochderselbe sehr vergnügt und erfreut war.

Die Werksleute der belgischen Lokomotive baten ihn um seinen Segen für diese, den er auch erteilte.


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bavaria23. August 1851 - Auszug aus dem "Wiener Boten".

Den 13. August Vormittage wurde der Ciclus mit den Probefahrten eröffnet.Die Lokomotive ‚Bavaria’ fuhr vom Payerbacher Stationsplatze bis zum Stationsplatz Eichberg und legte diese Strecke in einem Zeitraum von zwanzig Minuten zurück. Die Netto-Last betrug 2.600 Zentner. Ungeachtet auf dieser Bergfahrt die Kuppelkette an den Lastwägen gerissen ist, wurden die Waggons dennoch durch Bremsen augenblicklich zum Stehen gebracht. Um dieses in Zukunft zu verhindern, werden wahrscheinlich stärkere Kuppelketten und Haken angebracht werden.

Dieselbe Maschine fuhr am selben Tag als Probe zwischen 12 und 1 Uhr Mittags wieder mit gleicher Behaftung auf der nämlichen Strecke in 21 Minuten, kuppelte daselbst die Lastwägen ab, fuhr bergab über den Abfaltersbach-Viadukt bis zum nächsten Einschnitt mit voller Dampfkraft in einer ungeheuren Schnelle und hielt dort im stärksten Lauf plötzlich inne, so dass sie nach der Reversion und Hemmung nur noch 15-20 Klafter sehr langsam fortlief, und dann gänzlich stille stand.

Den 14. August macht die Maschine ‚Seraing’ ihre erste Probefahrt von Payerbach bis auf den Eichberger  Stationsplatz mit einer gleichen Last von 2.600 Ztn. und zwar in einem Zeitraum von 24 Minuten. Sie machte ebenfalls wie die ‚Bavaria’ ohne Last das gleiche Manöver mit dem plötzlichen Anhalten zu öfteren Malen und an stark fallenden Stellen.

Am 16. August machte die Wien-Gloggnitzer Konkurrenz-Maschine ‚Vindobona’ nach erhaltener Reparatur und Verbesserung ihre erst Probefahrt auf derselben Strecke zwischen halb 10 und halb 12 Uhr Vormittag, benöthigte zur Bergfahrt von Payerbach bis in den Eichberger Stationsplatz einen Zeitraum von 36 Minuten, weil sie sich eines Umstandes wegen 10 Minuten mitten in dem Kours aufhalten musste an welchem Umstand jedoch weder die Maschine, noch der Maschinführer Schuld trägt. Sie wird am 18. d. Mts. die zweite Probefahrt machen.

Auch die Maschine des Herrn Günther aus Wiener Neustadt, welche den Namen ‚Neustadt’ erhalten wird, trifft am 18. d. Mts. auf den Kampfplatz und beginnt ihren Probecours. Man verspricht sich sehr viel von derselben.


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Die Baukosten - Ursachen und Kaufkraftvergleich.

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Die Kostenfrage dieses gewaltigen Vorhabens waren angesichts der politischen Situation im Revolutionsjahr 1848 gegenüber dem Vorteil eines raschen Baubginns als eher  zweitrangig zu betrachten. Die eklatante Kostenüberschreitung um das fast Zweieinhalbfache des Voranschlages ist jedoch nur so erklärbar, dass man als Kalkulationgrundlage lediglich jene Kosten, die bei Bahnbauten in der Ebene angefallen waren, einsetzen konnte. Man hatte keine Vorstellung davon, was ein Baukilomter in alpinem Gelände, bei ungünstigen geologischen Verhältnissen un bei der Ausführung von Stütz- und Futtermauern, von Brücken, Viadukten und Tunnels wirklich kosten könnte.

Als man merkte, dass die veranschlagten Mittel nie ausreichen würden, baute man eben in der Hoffnung weiter, das Geld schon irgenwie beschaffen zu können. Außerdem war offensichtlich auch in den Amtsstuben ein Sinneswandel eingetreten und man hatte die wirtschaftliche und militärische Wichtigkeit einer durchgehenden Eisenbahnverbindung von Wien nach Triest erkannt.

 

Baukosten Billig war sie nicht, die Semmeringbahn - aber wo wären wir heute ohne sie????

 

 


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Foto: Tourismusbüro Semmering.


weinzettlwand

Es geschah am 27. Oktober 1850

Die schwierigste Arbeit der gesamten Semmeringbahn war die „Herstellung des Unterbaues der Strecke vom unteren Rumplergraben über die Weinzettlwand bis über die Felswand nächst Spieß“ in der Länge von 2.755m. Besonders die in den Adlitzgraben abstürzende, rund 1.200m lange und an die 250m hohe Weinzettlwand war nur schwer zu bezwingen.

„Eine der größten Schwierigkeiten liegt in der absoluten Unzugänglichkeit und in den vollständigen Mangel irgend eines,  auch des kleinsten Raumes, auf welchem ein Arbeiter stehen könnte, oder wo Baumaterialen niedergelegt werden können. Schon die geometrische Aufnahme gehörte zu den gefährlichsten Unternehmungen dieser Art. An einem 400 bis 500 Fuß (126-158 Meter) langen frei hängenden Seile, auf einem Knebel reitend, mussten hier die Coordinaten von den Ingenieuren gemessen werden und ein auf der steilen, glatten Wand gezogener breiter Kalkstreifen zeigt die Lage der künftigen Bahn etwa 400 Fuß (126Meter) über der Thalsohle“

Zu diesen anstrengenden und gefährlichen Arbeiten ließen sich fast nur Italiener und Savoyarden überreden. Es ist daher verständlich, dass bei einem Felssturz, der sich am 27. Oktober 1850 im östlichen Bereich der Wand ereignete, zwölf Italiener und ein Böhme ums Leben kamen.

Nun wurde von der bisher geplanten, offenen Bauweise abgegangen und drei längere Tunnels mit zwei gedeckten Galerien verbunden.

Die Ausblicke durch die Galerieöffnungen in den Adlitzgraben erweckten auch das besondere Interesse des Kaisers bei seiner Besichtigungsfahrt im April 1854.

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